Fragebogenaktion 2012


Bereits im Jahr 2009 befragten wir Beschäftigte in 9 Akutkrankenhäusern und psychiatrischen Einrichtungen zur Pflegequalität. Das Ergebnis zeigte, dass Patienten gefährdende „gefährliche Pflege“ Arbeitsalltag geworden war.

In den Jahren 2009 bis 2011 sollte ein gesetzliches Pflegeförderprogramm Abhilfe schaffen.
Den neuen Fragebogen entwarfen wir, um festzustellen, ob dieses Programm die Pflegequalität nachhaltig verbessern hat.


In Zusammenarbeit mit den Betriebsräten 6 kommunaler und privater Krankenhäuser aller Versorgungsstufen in NRW befragten wir über 1.000 Beschäftigte zum Ausmaß gefährlicher Pflege und erhielten 402 Fragebogen zurück.

Das Ergebnis ist ernüchternd:

Mehr als 70% der Befragten gaben an, dass es in den letzten vier Wochen in ihrem Arbeitsbereich „gefährliche Pflege“ gab. Das bedeutet, dass Patienten durch Pflegefehler oder Unterlassen notwendiger pflegerischer Maßnahmen gefährdet oder geschädigt wurden.

Die Ursache liegt auf der Hand: 86% antworteten, dass sich die Überlastung des Pflegepersonals „immer“, „häufig“ oder „regelmäßig“ negativ auf die Qualität ihrer Arbeit auswirke.

In allen Einrichtungen gelten Pflegestandards, nur 3,5% der Befragten können sie „immer“ einhalten. Mehr als 40% antworteten mit „selten“ oder „nie“.

Konkret bedeutet dies:

Fast drei Viertel der Pflegekräfte haben „selten“ oder „nie“ Zeit für anleitende, beratende oder persönliche Gespräche mit Patienten oder Angehörigen.

Mehr als ein Viertel der Befragten räumen ein, dass es in ihrem Arbeitsbereich zu „unangemessenem Verhalten gegenüber Patienten“ kommt.

Ebenso viele bestätigen, dass „immer“ „häufig“ oder „regelmäßig“ Dauerkatheter ohne medizinische Indikation, zur Entlastung des Pflegepersonals gelegt werden.

Mehr als ein Drittel der Pflegenden sagen, dass sie nur „selten“ oder „nie“ rechtzeitig „auf die Klingel“ gehen können.


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